Kindergarten

Abb. 1 Sanierte Fassadenansicht, Wandaufbau mit GUTEX Holzfaserdämmplatten



Ökologischer Umbau: energetische Sanierung von Dach und Fassade mit Holzfaserdämmplatten.

Große Sanierungsmaßnahme im Kindergarten in Freiburg -
nach einer Bestandsaufnahme der dringend erforderlichen Baumaßnahmen stand die Wärmedämmung der Gebäudehülle im Vordergrund.

Bestandsaufnahme: Begutachtung des Gebäudebestands durch einen Architekten

Der in zwei Bauabschnitten entstandene Kindergarten gliedert sich in den Altbau von 1965 und den im Jahre 1976 entstandenen Anbau mit weiteren Gruppen- und Multifunktionsräumen. Die bestehende Bausubstanz ist eine Mischung aus Massiv- und Holzskelettbau.

Die Bestandsaufnahme der Außenfassade von 2007 zeigte deutliche Mängel des aktuellen Wärmedämmstandards auf:

Eine eingehende Untersuchung der zwei Flachdächer sowie der Bedachung der vier oktogonal angelegten Gruppenräume mit leichtem Schrägdach, deckte ebenfalls erhebliche Schwachstellen auf. „Der bestehende Wärmedämmstandard der unterschiedlichen Dachkonstruktionen wird als sehr kritisch erachtet.“ schrieb der Architekt in seiner Beurteilung. Dies wurde durch in die Konstruktion eindringendes Wasser und die Durchnässung der Dämmung im Flachdachbereich noch verschärft.

Die Zugeffekte durch Undichtigkeiten und die schlechte Beheizbarkeit der großen Räume führten zu Unwohlsein der Kindergruppen und deren Betreuer. Hier war dringend Handlungsbedarf gegeben, um den Energieverbrauch zu senken sowie das Raumklima zu verbessern.


Geplante und umgesetzte Maßnahmen: nachhaltige Sanierung mit Holzfaserdämmplatten.

Auf Basis der Bestandsaufnahme hatten Architekt und ein hinzugezogenes Bauphysik-Ingenieurbüro vorgeschlagen, die gesamte Gebäudehülle in einer großen Sanierungsaktion zu erneuern. Insbesondere die Energieeffizienz und Heizkostenersparnisse sowie eine diffusionsoffene, ökologische Umsetzung wurde von den Entscheidern angestrebt. Die Sanierung umfasste eine Dachfläche von rund 615 qm und eine Außenwandfläche von rund 200 qm (ohne Fenster). Aufgrund ihrer positiven bauphysikalischen Eigenschaften wurden Holzfaserdämmplatten direkt in die Planung und Berechnung der Gesamtenergieeffizienz integriert.

Die von Architekt und Bauphysik-Ingenieurbüro vorgeschlagenen Maßnahmen wurden zu 100% vom Vorstand des Kindergartens befürwortet und 2009 umgesetzt. Die Fördermöglichkeiten gemäß dem KfW-Maßnahmenpaket zur Energieeinsparung konnten so voll ausgeschöpft werden.


Verbesserung der Wärmedämmung der Außenfassade inkl. der Fenster.

Abb. 2 Fassadendämmung mit GUTEX Thermoflex und GUTEX Multiplex-top.

Abb. 3 Fassadengestaltung mit Lerchenholzschalung und Dreischichtplatten.

Die Außenfassade ist gestalterisch für den Architekten von hoher Bedeutung. Der Kindergarten soll Lust und Laune machen, den Tag dort zu verbringen. Funktionell wurden an die neue Fassade ebenfalls höchste Ansprüche gestellt. Wärmedämmtechnisch war es das Ziel, den Altbau auf Neubau-Niveau zu bringen. Dies erforderte bei diesem breit angelegten Gebäude ohne Unterkellerung und relativ verwinkelten mehrgliedrigen Raumeinheiten einige Anstrengungen.

Das bestehende Ziegelmauerwerk war nach heutigem Dämmstandard nicht mehr ausreichend (Stärke 240 mm, U-Wert von 1,8 W/m2K) . Die Wand musste durch eine zusätzliche Dämmebene verstärkt werden. Um die Räume nach innen nicht zu verkleinern und die Arbeit des Kindergartens möglichst wenig zu beeinträchtigen, wurde von außen gedämmt. Eine Holzskelettkonstruktion wurde am Mauerwerk montiert und die Gefache mit flexibler Holzweichfaserdämmung in 160 mm Stärke gefüllt. Die flexiblen Dämmplatten sind einfach zuzuschneiden und wurden mit leichtem Druck in die Konstruktion eingepasst.

Auf die Holzkonstruktion wurde eine wasserabweisende und winddichte Holzfaserplatte geschraubt. Konterlattung und Lattung tragen eine Lerchenholzschalung in hellgrau sowie gestalterische, bunte Dreischichtholzplatten in rot, gelb und grün. Die optische Attraktivität der Lerchenholzschalung wurde durch unterschiedlich breite Schalungsteile erhöht. Der Wandaufbau erreicht jetzt einen U-Wert von 0,23 W/m2K. Durch die außenseitige Dämmebene fühlen sich die Wände innen nicht mehr kalt an. Das Raumklima ist merklich angenehmer.

Die Dämmung der Bodenplatte war nachträglich nicht möglich. Die Außenwände mussten daher bis 80 cm Frosttiefe mit einer senkrechten 120 mm starken Perimeterdämmung verkleidet werden.

Die Fenster wurden komplett ausgetauscht und durch neue Holzfenster mit Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung ersetzt (rund 200 qm, mit einem UG-Wert von 1,1 W/m2K). Bestehende Holzsandwichkonstruktionen als Brüstungselemente wurden mit einer Dämmschicht von 160 mm GUTEX Thermoflex im Gefach zusätzlich gedämmt (U-Wert von 0,32 W/m2K). Die Bauphysikexperten haben hierbei empfohlen, die Dämmung über den Rand der Bodenplatte zu führen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Die Erneuerung der Fenster und deren Anschlüsse zu anderen Bauteilen sorgt für Winddichtigkeit.


Erneuerung der Dachhaut auf den verschiedenen Dachflächen, inkl. Verbesserung der Wärmedämmung und Abdichtung gegen eindringendes Wasser sowie Schädlinge.

Abb. 4 Verlegung der Dampfbremsfolie auf der bestehenden Holzschalung

Abb. 5 Einbringung der Holzfaserdämmung, GUTEX Thermoflex und GUTEX Multiplex-top

Abb. 6 Abklebung der Nut- und Federverbindung der Unterdeckplatten, GUTEX Multiplex-top

Alle vier bisher getrennten Dachflächen wurden komplett saniert. D.h. die Dachflächen wurden geöffnet, die bestehende Dacheindeckung sowie altes Dämmmaterial fachgerecht entsorgt und die rohe Holzkonstruktkion freigelegt.

Bei den oktogonalen leichten Schrägdächern der Gruppenräume wurde eine Dampfbremsfolie in die bestehende Holzkonstruktion eingelegt. Flexible Holzweichfaserdämmplatten wurden in die Zwischenräume eingepasst (200 mm Dämmstärke). Um Wärmebrücken zu vermeiden, verkleideten die Zimmerleute die Konstruktionsbalken seitwärts zusätzlich mit der flexiblen Dämmung. Die Holzfaserdämmung erweist sich im Dach als hervorragender Hitzeschutz im Sommer und als guter Kälteschutz im Winter. Die natürlichen Fasern können bis zu 20% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Ein angenehmes Raumklima wird so durch qualitativ hochwertiges Dämmmaterial in der Dachkonstruktion unterstützt. Den Abschluss der Dämmebene bilden regensichere und winddichte Holzfaserplatten (35 mm stark). Diese erfüllen zwei Funktionen gleichzeitig, sie schützen die innenliegende Dämmung vor möglicherweise eindringender Feuchtigkeit durch die Dachhaut und erhöhen die Dämmleistung der Gesamtkonstruktion.

Aufgrund der geringen Dachneigung entschied sich die Zimmerei für die Anbringung einer zusätzlichen diffusionsoffenen Unterspannbahn bzw. für die Abklebung der Plattenstöße und Anschlüsse. Bei der Dachdeckung blieb der Architekt bei Faserzementwelltafeln, da diese s.E. eine wirtschaftliche und langlebige Lösung darstellen.

Die Innenräume des Kindergartens blieben so weitgehend von der DachSanierung unberührt. Lediglich im Bereich der ehemaligen Fenster entstand zusätzlicher Renovierungsaufwand von innen. Die Fenster wurden nicht erneuert, sondern verschlossen und gedämmt. Die großen Frontfenster nach Süden bzw. Westen bringen ausreichend Tageslicht in die Räume.

Entsprechend der Empfehlung des Planungsbüros für Bauphysik wurden die beiden getrennten Flachdachkonstruktionen miteinander verbunden. Ein leichtes Gefälle von 2% sorgt für die Entwässerung zu den Ablaufpunkten. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten wurde eine Gefälledämmung aus Hartschaumplatten eingesetzt (280 mm dick). Ein nachträglicher Einbau des Gefälles in die Holzunterkonstruktion wäre zu aufwendig geworden. Die Alternative eines Null-Grad-Flachdaches war den Beteiligten auf dem Hintergrund der Bauschäden in der alten Konstruktion zu riskant.


Neugestaltung der Außenanlage.

Im Gespräch mit den Stadtwerken stellte sich heraus, dass die Wasserentsorgung nicht entsprechend der Anforderungen gelöst war. Dies zog die Neugestaltung und Entwässerungsplanung der Außenanlage nach sich.

Das Kindergartenareal mitten im Wohngebiet ist parkähnlich angelegt. Das anfallende Regenwasser der rund 615 qm Dachflächen wird jetzt an drei ausgewählten Flächen der Grünanlage einer kontrollierten Versickerung zugeführt. Der Kindergarten leitet lediglich sein Brauchwasser in die Kanalisation. Die Wege und Rasenflächen sowie die drei Versickerungsmulden sind kinderfreundlich gestaltet.

Gut angelegt, sind Geld und Zeit bei dieser Sanierungsmaßnahme am Gebäude und in der Gesamtgestaltung.

Abb. 7 Grundriss Waldorfkindergarten Freiburg

Projekt: Freier Waldorfkindergarten Bayernstrasse e.V.,
Bayernstrasse 1a, 79100 Freiburg

Architekt:
Jochen Weissenrieder Dipl.-Ing. (FH),
Horbener Strasse 7, 79100 Freiburg, info@a-wr.com

Beratender Bauphysiker: Achilles Bückle, Höfker Nocke Bückle Partnerschaft,
Sulzbacher Strasse 48, 71522 Backnang

Wärmedämmung im Winter und Hitzeschutz im Sommer: GUTEX Holzfaserplattenwerk, H. Henselmann GmbH Co KG,
Gutenburg 5, 79761 Waldshut-Tiengen,
Fon: 07741/6099-0, Fax: 07741/6099-57,
E-Mail: info@gutex.de, Internet: www.gutex.de

Abb. 8 Skizze Kindergarten nach der Sanierung, Südansicht mit oktogonalen Gruppenräumen mit Schrägdach sowie dem angrenzenden Flachdach.



Eckdaten zum Bauprojekt: Sanierung Dach und Fassade im Waldorfkindergarten, Freiburg

Baujahr: 1965 und 1976
Nettogrundfläche 421

U-Werte der Bauteile vor der Sanierung:

U-Wert geneigtes Dach über den Gruppenräumen: W/m²K 0,45
U-Wert Flachdach: W/m²K 0,55
U-Wert Außenwand, Mauerwerk im Bestand: W/m²K 1,80
U-Wert Brüstungselemente der Fenster: W/m²K 1,70

U-Werte der Bauteile nach der Sanierung:

U-Wert geneigtes Dach über den Gruppenräumen: W/m²K 0,20
U-Wert Flachdach: W/m²K 0,14
U-Wert Außenwand, Mauerwerk im Bestand: W/m²K 0,23
U-Wert Brüstungselemente der Fenster: W/m²K 0,32

Dämmung in der Konstruktion:

Außenwand: Innenputz, bestehendes Ziegelmauerwerk (240 mm), Holzskelettkonstruktion mit Gefachdämmung aus flexiblen Holzfaserdämmplatten (GUTEX Thermoflex 160 mm), regensichere Holzfaserdämmplatte (GUTEX Multiplex-top 35 mm), Abschluss nach außen mit Lerchenholzschalung (hellgrau gestrichen), optisch abgesetzt mit farbigen Dreischichtplatten in rot, gelb und grün.

Schrägdächer über den oktogonalen Gruppenräumen: sichtbare Holzschalung, Dampfbremsfolie, Zwischensparrendämmung (GUTEX Thermoflex 200 mm), Unterdeckung (GUTEX Multiplex-top 35 mm), Luftschicht, diffusionsoffene Unterspannbahn, Dachdeckung mit Faserzementwelltafeln.

Flachdächer: sichtbare Holzschalung, Dampfsperrschicht, geneigte Dämmplatten aus Hartschaum als Gefälledämmung zu den Abläufen ausgeführt (280 mm Stärke), zweilagige bituminöse Abdichtung, Rollkies.

Fenster: Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung, Wärmedurchgangskoeffizient, Ug < 1,1 W/m2K

Heizung: Gas-Brennwerttechnikanlage, Baujahr 1999